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IT-INFRASTRUKTUR

Microsoft 365 sicher konfigurieren: Die 15 wichtigsten Einstellungen

Über 400 Millionen Nutzer weltweit setzen auf Microsoft 365 — und die meisten nutzen es unsicherer als nötig. Viele Standardeinstellungen schützen nicht ausreichend vor modernen Bedrohungen. Diese 15 Einstellungen sollten Sie 2026 sofort prüfen.

24. März 2026
10 min Lesezeit
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Warum die Standardkonfiguration gefährlich ist

Microsoft 365 ist mächtig — aber standardmäßig auf Benutzerfreundlichkeit, nicht auf maximale Sicherheit optimiert. Externe Freigaben sind offen, SMTP AUTH mit Basic Auth ist vielerorts noch nutzbar, MFA nicht erzwungen. Das ist eine gefährliche Ausgangslage in einer Zeit, in der M365-Tenants täglich angegriffen werden.

2026-Kontext: Microsoft 365 ist das meistangegriffene Cloud-Produkt weltweit. Business Email Compromise (BEC), Phishing über Teams und kompromittierte OAuth-Apps nehmen massiv zu. Viele dieser Angriffe wären mit korrekter Konfiguration verhinderbar.

Hinweis zur Lizenz: Einige der folgenden Einstellungen erfordern Microsoft 365 Business Premium oder höher (z.B. Conditional Access, Defender for Business). Privileged Identity Management (PIM, #04) ist darin nicht enthalten, sondern erfordert Microsoft Entra ID P2 (z. B. über Microsoft 365 E5 oder als Add-on). Wir empfehlen Business Premium als Mindestlizenz für Unternehmen mit Sicherheitsanforderungen. Mehr dazu auf unserer Seite zur Microsoft 365 Betreuung.

Identität & Zugang

01

Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Nutzer

KRITISCH

Die wichtigste Einzelmaßnahme in M365: MFA verhindert über 99 % aller passwortbasierten Angriffe. Standardmäßig ist MFA in vielen M365-Tenants noch nicht für alle Nutzer erzwungen.

Umsetzung: Security Defaults aktivieren oder Conditional Access Policies mit MFA-Pflicht für alle Nutzer konfigurieren. Microsoft Authenticator App bevorzugen.
02

Conditional Access Policies konfigurieren

KRITISCH

Conditional Access ist das Herzstück von Zero Trust in M365: Zugriff wird nur gewährt, wenn Nutzer, Gerät und Standort bestimmten Bedingungen entsprechen. Verfügbar ab M365 Business Premium.

Umsetzung: Policies für risikoreiche Anmeldungen, nicht konforme Geräte und blockierte Länder einrichten. Legacy-Authentifizierungsprotokolle blockieren.
03

Legacy-Authentifizierung deaktivieren

KRITISCH

Legacy-Authentifizierung (Basic Auth) unterstützt kein MFA — Angreifer nutzen sie gezielt, um MFA zu umgehen. Microsoft hat Basic Auth in Exchange Online für EAS, POP, IMAP, EWS, Remote PowerShell und Outlook ab Oktober 2022 abgeschaltet; sie lässt sich seither nicht wieder aktivieren. Offen ist noch SMTP AUTH (Client Submission): Laut Microsoft ist es derzeit noch verfügbar und soll Ende Dezember 2026 für bestehende Mandanten standardmäßig deaktiviert werden.

Umsetzung: Prüfen, welche Geräte und Apps noch SMTP AUTH mit Basic Auth nutzen, und auf OAuth oder Microsoft Graph umstellen; SMTP AUTH für alle anderen Postfächer deaktivieren. Zusätzlich Legacy-Authentifizierung per Conditional-Access-Richtlinie (oder Sicherheitsstandards) in Microsoft Entra ID blockieren.
04

Privileged Identity Management (PIM)

Admin-Konten sind das attraktivste Ziel in M365. PIM stellt sicher, dass Administratorrechte nur auf Anfrage und zeitlich begrenzt (Just-in-Time) vergeben werden — nicht dauerhaft. Voraussetzung ist Microsoft Entra ID P2 (z. B. über Microsoft 365 E5 oder als Add-on); in Business Premium ist PIM nicht enthalten.

Umsetzung: PIM für alle globalen Admins und privilegierten Rollen aktivieren. Permanente Admin-Zuweisung auf ein Minimum reduzieren.
05

Passwortschutz & Smart Lockout

Microsoft Entra Password Protection blockiert häufige und unternehmensspezifische schwache Passwörter. Smart Lockout schützt vor Brute-Force-Angriffen automatisch.

Umsetzung: Custom Banned Password List mit unternehmensrelevanten Begriffen (Firmenname, Produkte) befüllen. Smart Lockout-Schwellenwert anpassen.

Datenschutz & Compliance

06

Microsoft Purview Data Loss Prevention (DLP)

DLP verhindert, dass sensible Daten (Kreditkartennummern, Personalausweisnummern, Gesundheitsdaten) unbeabsichtigt per E-Mail, Teams oder SharePoint nach außen gelangen.

Umsetzung: DLP-Policies für DSGVO-relevante Datentypen aktivieren. Zunächst im Audit-Modus testen, dann schrittweise auf Block umstellen.
07

Microsoft Purview Sensitivity Labels

Sensitivity Labels klassifizieren und schützen Dokumente und E-Mails automatisch — mit Verschlüsselung, Wasserzeichen und Zugriffseinschränkungen, die auch außerhalb von M365 greifen.

Umsetzung: Klassifizierungsschema definieren (Intern, Vertraulich, Streng Vertraulich), Labels in Office-Apps und Teams ausrollen.
08

Externe Freigaben in SharePoint & OneDrive einschränken

KRITISCH

Standardmäßig können Nutzer Dateien mit beliebigen externen Personen teilen — auch ohne M365-Konto. Das ist ein massives Datenleck-Risiko und DSGVO-kritisch.

Umsetzung: Externe Freigabe auf 'Nur bestehende Gastnutzer' oder 'Nur Personen in Ihrer Organisation' beschränken. Ablaufdaten für externe Links erzwingen.
09

Audit-Logging aktivieren und aufbewahren

KRITISCH

Das einheitliche Überwachungsprotokoll in M365 ist für Compliance und Incident Response unverzichtbar. Bei Business-Lizenzen (Basic, Standard, Premium) ist es laut Microsoft nicht standardmäßig aktiviert und muss manuell eingeschaltet werden. Audit (Standard) bewahrt Einträge seit Oktober 2023 standardmäßig 180 Tage auf.

Umsetzung: Status per Get-AdminAuditLogConfig prüfen und die Überwachung im Microsoft Purview-Portal aktivieren. Wer länger als 180 Tage aufbewahren muss, benötigt Audit (Premium, z. B. über E5) oder exportiert die Logs in ein SIEM.

Bedrohungsschutz

10

Microsoft Defender for Office 365 – Safe Links & Safe Attachments

KRITISCH

Safe Links überprüft URLs in E-Mails und Teams-Nachrichten zum Zeitpunkt des Klickens (nicht nur beim Eingang). Safe Attachments öffnet Anhänge in einer Sandbox, bevor sie zugestellt werden.

Umsetzung: Safe Links- und Safe Attachments-Policies für alle Nutzer aktivieren. 'Real-time URL detonation' einschalten.
11

Anti-Phishing-Policies mit Impersonation Protection

KRITISCH

M365 kann gezielt vor Angriffen schützen, bei denen Angreifer die Identität von Geschäftsführern oder Partnern imitieren (CEO-Fraud, BEC). Diese Policies müssen manuell konfiguriert werden.

Umsetzung: Wichtige interne Nutzer (Geschäftsführung, Buchhaltung) und externe Domains (Kunden, Lieferanten) als geschützte Absender definieren.
12

DKIM & DMARC für eigene Domains konfigurieren

KRITISCH

Ohne DKIM und DMARC können Angreifer E-Mails versenden, die scheinbar von Ihrer Domain stammen. Das ist die Grundlage für CEO-Fraud und Phishing-Angriffe auf Ihre Kunden und Partner.

Umsetzung: DKIM in Exchange Online aktivieren. DMARC-Record mit Policy 'quarantine' oder 'reject' in DNS eintragen. DMARC-Reports auswerten.
13

Microsoft Defender for Endpoint (EDR) Integration

M365 Business Premium enthält Microsoft Defender for Business — einen vollwertigen EDR-Client für alle Geräte. Die Integration mit M365 ermöglicht Conditional Access basierend auf dem Gerätestatus.

Umsetzung: Defender for Business auf allen Windows-, macOS- und mobilen Geräten ausrollen. Intune für automatisches Deployment nutzen.

Administration & Monitoring

14

Break-Glass-Konten einrichten

Wenn Conditional Access oder PIM-Konfigurationen schiefgehen, können Admins ausgesperrt werden. Break-Glass-Konten sind reine Cloud-Notfallkonten (.onmicrosoft.com), die ausschließlich für solche Notfälle existieren.

Umsetzung: Mindestens zwei Notfallkonten mit Phishing-resistenter Anmeldung (FIDO2-Sicherheitsschlüssel/Passkey oder zertifikatbasierte Authentifizierung) anlegen — das erfüllt die verpflichtende MFA. Von Conditional-Access-Richtlinien ausnehmen, die die Anmeldung blockieren oder einschränken. Jede Anmeldung mit Warnung überwachen und die Konten mindestens alle 90 Tage testen.
15

Microsoft Secure Score regelmäßig auswerten

Der Microsoft Secure Score in Defender XDR zeigt Ihren aktuellen Sicherheitsstand und priorisierte Verbesserungsmaßnahmen — angepasst an Ihre konkrete M365-Konfiguration.

Umsetzung: Secure Score monatlich auswerten. Empfehlungen nach Aufwand und Wirkung priorisieren. Zielwert: mindestens 70 % des erreichbaren Scores.

Fazit & nächste Schritte

Microsoft 365 bietet hervorragende Sicherheitsfunktionen — aber sie müssen aktiv konfiguriert werden. Die gute Nachricht: Viele dieser Einstellungen sind kostenlos im enthaltenen Lizenzumfang verfügbar und mit wenigen Klicks aktivierbar.

Empfohlene Prioritäten für den Start:

1

Sofort: MFA für alle Nutzer erzwingen (#01)

2

Diese Woche: Legacy-Authentifizierung deaktivieren (#03) + Safe Links/Attachments aktivieren (#10)

3

Diesen Monat: Conditional Access Policies + externe Freigaben einschränken (#02, #08)

4

Laufend: Secure Score monatlich auswerten und verbessern (#15)

M365-Sicherheitscheck anfragen

Häufige Fragen zur Microsoft-365-Sicherheit

Reicht die Standardkonfiguration von Microsoft 365 aus?

Nein. Microsoft liefert M365 mit Voreinstellungen aus, die auf Kompatibilität und einfache Inbetriebnahme optimiert sind, nicht auf maximale Sicherheit. Zentrale Schutzfunktionen wie Conditional Access, Anti-Phishing-Policies mit Impersonation Protection, DLP und DMARC sind standardmäßig nicht oder nur rudimentär aktiv. Sie müssen bewusst konfiguriert werden.

Welche Microsoft-365-Lizenz wird für Conditional Access und PIM benötigt?

Conditional Access ist ab Microsoft 365 Business Premium beziehungsweise Entra ID P1 verfügbar. Privileged Identity Management (PIM) erfordert Entra ID P2, das in Business Premium nicht enthalten ist. Für Unternehmen mit Sicherheitsanforderungen ist Business Premium die sinnvolle Mindestlizenz, da es zusätzlich Defender for Business und Intune umfasst.

Wie lange dauert die sichere Konfiguration von Microsoft 365?

Die kritischsten Maßnahmen wie MFA-Pflicht, Deaktivierung der Legacy-Authentifizierung und Safe Links lassen sich in wenigen Stunden umsetzen. Eine vollständige Härtung inklusive Conditional Access, DLP-Policies, Sensitivity Labels und DMARC-Rollout dauert bei einem mittelständischen Unternehmen typischerweise zwei bis sechs Wochen, da Richtlinien schrittweise im Audit-Modus getestet werden sollten.

Was ist der Microsoft Secure Score und welcher Wert ist gut?

Der Secure Score in Microsoft Defender XDR bewertet die Sicherheitskonfiguration eines Tenants und schlägt priorisierte Verbesserungen vor. Der Wert ist relativ zur eigenen Lizenz und Tenant-Größe zu lesen, ein absoluter Vergleich zwischen Unternehmen ist wenig aussagekräftig. Als praktikables Ziel gelten mindestens 70 Prozent des für den Tenant erreichbaren Scores.

Ist Microsoft 365 DSGVO-konform nutzbar?

Ja, aber nicht automatisch. Erforderlich sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit Microsoft, eine bewusste Konfiguration der Datenspeicherorte sowie Einschränkungen bei externen Freigaben in SharePoint und OneDrive. Ergänzend sollten Audit-Logging aktiviert, Aufbewahrungsfristen definiert und DLP-Richtlinien für personenbezogene Daten eingerichtet werden.

Was kostet eine Microsoft-365-Sicherheitsprüfung?

Keep IT Fair kalkuliert die Prüfung als Festpreis, abhängig von der Anzahl der Nutzer und dem Umfang des Tenants. Das Ergebnis umfasst eine Bewertung aller in diesem Beitrag genannten Einstellungen, eine Gap-Liste und einen priorisierten Maßnahmenplan. Das Erstgespräch zur Einschätzung des Aufwands ist kostenlos.

Keep IT Fair
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IT-Sicherheit & IT-Support für den Mittelstand · Norderstedt / Hamburg

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Wir prüfen Ihre Konfiguration und setzen die wichtigsten Schutzmaßnahmen für Sie um.

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